Bildung, Quo Vadis?

Diese Frage musste ich mir heute am Wahlabend stellen, nachdem ich einige Analysen der „Zeit im Bild“ auf Facebook verfolgte und mir dabei die Mühe gab, mich durch zahlreiche Kommentare der Leser zu quälen. In der Tat, bei einigen Kommentaren blieb es beim Versuch sie zu lesen.
Von einem lesbaren und verständlichen Deutsch keine Spur. Es ist mir völlig unverständlich, wie es einzelne „Mitbürger“ (sowohl von ganz links als auch rechts) geschafft haben, eine Periode von 8 bis 9 Jahren schulischer (Grund-)Ausbildung durchzudrücken, ohne auch nur ein winziges Anzeichen zu zeigen jemals eine Schule von innen gesehen zu haben.

Wenn man einmal von der sich verbreitenden Unsitte absieht, auf die korrekte Groß- Kleinschreibung zu verzichten, gibt es Kommentare die nicht nur grauenhafte Rechtschreib-, Grammatik- und Interpunktionsfehler (wenn überhaupt außer zahlreichen Ausrufezeichen vorhanden) aufweisen — nein — es gibt Kommentare, die den Eindruck erwecken als wären sie von Robotern, geschrieben bei denen die Steuerung ausgefallen ist, von deutscher Sprache keine Spur.
Eines hat die Wahl aber doch gezeigt: Das österreichische Volk ist nicht ganz so leicht durch fadenscheinige Propaganda beeinflussbar, wie manche Politiker meinen (oder es gerne hätten). Auch wenn der Bundesparteiobmann einer bestimmten Partei meint, eine „Eliten-Verschwörung“ und quasi das ganze Land hätte sich gegen ihren Kandidaten gestellt; gewählt hat „das österreichische Volk“ und niemand anderer. Wenn jetzt die Verliererpartei ihr Ergebnis als beste der Geschichte bejubelt, dann muss ich leider einwenden: Seit Beginn der 2. Republik sind Wahlen mit 2 Kandidaten fast immer ähnlich knapp ausgegangen. Einzige Ausnahme war hier das Jahr 1992 und in 1965 ging das noch viel knapper (warum soll das Ergebnis ausgerechnet heuer der Grund für eine Spaltung des Landes in zwei Lager sein?). In diesem Zusammenhang möchte ich auch die sehr versöhnlichen Töne auf beiden Seiten loben und hoffe, dass das auch die Anhänger aller Gruppierungen verstehen (wollen).
27. Mai 1951, Theodor Körner 52,06 %, Heinrich Gleißner 47,94 %
5. Mai 1957 Adolf Schärf 51,12 %, Wolfgang Denk 48,88 %
23. Mai 1965 Franz Jonas 50,69 %, Alfons Gorbach 49,31 %
25. April 1971 Franz Jonas 52,78 %, Kurt Waldheim 47,22 %
23. Juni 1974 Rudolf Kirchschläger 51,66 %, Alois Lugger 48,34 %
24. Mai 1992 Thomas Klestil 56,89 % Rudolf Streicher 43,11 %
25. April 2004 Heinz Fischer 52,39 %, Benita Ferrero-Waldner 47,61 %
Einigermaßen eindeutig (abgesehen vom Jahr 1971, siehe oben) war allerdings der Wiederantritt amtierender Präsidenten (hier in Prozentpunkten nach unten gereiht):
18. Mai 1980 Rudolf Kirchschläger 79,86 %
25. April 2010 Heinz Fischer 79,33 %
19. April 1998 Thomas Klestil 63,42 %
28. April 1963 Adolf Schärf 55,40 %
Quelle: Wikipedia


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